Blick in das World Conference Center Bonn anl. VDE ETG Kongress 2017
VDE / MIKURA visual arts cologne
21.02.2018 48 0

Internationaler ETG Kongress 2017 – Die Energiewende

Vom 28. bis zum 29. November 2017 fand der ETG Kongress des VDE in Bonn statt. Über 300 Experten aus Forschung und Anwendung diskutierten im World Conference Center Bonn unter dem Titel "Die Energiewende geht weiter" über das Gelingen der Energiewende. Der Arbeitskreis Energieversorgung 4.0 des VDE Nordbayern nahm teil und berichtet aus seiner Perspektive.

VDE AK Energieversorgung 4.0 vor Ort beim ETG Kongress 2017 in Bonn
VDE Nordayern

Der Kongressleiter Prof. Rainer Speh beschrieb den Paradigmenwechsel zur Umgestaltung des Energieversorgungssystems und skizzierte die anstehenden Veränderungen. Die große Aufgabe bestünde darin die richtige Bauanleitung für den Systemwandel zu entwickeln. Eine Diskussion über Geschäftsmodelle sei verfrüht, solange es keine technischen Lösungen gäbe, so Speh.

Die Frage nach jener „Bauanleitung“ beantworteten die Referenten unterschiedlich. VDE-Präsident Dr. Gunther Kegel sagte im Rahmen seiner Keynote „Die Energiewende ist nicht nur elektrisch“. Die Kommunikation sei unerlässlich und auch das Thema Cyber Security spiele aufgrund der zunehmenden Vernetzung der Komponenten und der Funktion der Stromversorgung als kritische Infrastruktur eine immer größere Rolle. Sein wichtigster Aufruf an alle Kongressteilnehmer lautete: "Trommeln Sie lauter, damit die Energiewende nicht von Menschen gestaltet wird, die von der technologischen Realität keine Ahnung haben.“

Der VDE Arbeitskreis „Energieversorgung 4.0 “ hat sich mit dem Workshop „Der Zellulare Ansatz“ des Themas angenommen und wird die technische Vision eines dezentralen, auf erneuerbaren Energien basierenden Versorgungssystems spezifizieren und eine „Bauanleitung“ dazu entwickeln.     

In zahlreichen Vorträgen von Herstellern, Anwendern, Hochschulen und je einem Vertreter der Europäischen Kommission und der Bundesnetzagentur wurden weitere Aspekte der Energiewende beleuchtet. So liegen die großen Herausforderungen in den Bereichen Wärme und Verkehr, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit, Flexibilität und Lastmanagement, Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Netzstabilität, und nicht zuletzt in der Digitalisierung, die mit der Automatisierung Hand in Hand gehen muss.

Aber nicht nur die technischen Rahmenbedingungen spielen für das Gelingen der Energiewende eine Rolle – entscheidend ist auch der Faktor Mensch: „Große Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Energiewende brauchen Menschen, die diese Themen technisch-wissenschaftlich durchdrungen haben – der VDE ist zu Technologiethemen bestens aufgestellt." stellte VDE-Präsident Kegel fest.

Sebastian Ackermann von innogy fügte hinzu, dass sich viele Unternehmen schwer täten, Ingenieursdienstleistungen zu verkaufen: „Wir müssen hier selbstbewusster werden: Die Silicon-Valleysierung geht mir auf die Nerven – es darf nicht zum Ausverkauf deutscher Ingenieurskunst kommen.“

Dr. Gerhard Kleineidam, Lutz J. Schmid

In eigener Sache

Wir danken für Ihr Interesse an unseren Beiträgen!

Falls Sie sich noch stärker bei der Umgestaltung unseres Energieversorgungssystems einbringen und die Entwicklungen dazu selbst mitgestalten möchten, haben Sie als VDE Mitglied die Möglichkeit im ETG/ITG Arbeitskreis „Energieversorgung 4.0“ zu wirken. Sie werden dann zukünftige Veranstaltungen zum „zellularen Ansatz“ selbst mitgestalten und Einfluss auf Veröffentlichungen und Fachartikel nehmen, die auch auf politischer Ebene maßgeblichen Einfluss haben werden.

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